Schnittmuster auf Stickerei platzieren, Spitze zuschneiden, Nähtipps
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Schnittmuster trifft Spitze: Die Kunst der raffinierten Platzierung



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Spitzen für Dessous zuzuschneiden ist eine Kunst für sich. Aber definitv nicht so komplex wie du es dir vielleicht vorstellst. In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, auf welche Einzelheiten du achten kannst um das Schnittmuster gekonnt auf die Spitze zu platzieren.




Setze dich mit den Schnittteilen auseinander

Spitzen raffiniert zu platzieren ist nicht schwierig, wenn du weißt welches Schnittteil du vor dir hast und wo an deinem Körper es später sein wird.

Daher kann ich es nicht oft genug betonen wie wichtig es ist, sich mit den Schnittteilen auseinander zu setzen. Du musst daraus keine Doktorarbeit machen, sondern wenn du schon mal weißt wo sich die Teile am fertigen Objekt befinden, hast du schon mal viel gewonnen und kannst selbstsicher an die Sache rangehen. Für viele sind Schnittmuster ein lästiges Übel, dass benötigt wird oder auch nicht, um sein Nähprojekt umzusetzen. Dabei ist das Schnittmuster deine größte Hilfe. Es ist zu vergleichen wie mit einer Landkarte. Diese zeigt dir wie du von A nach B kommst. Und genau so sind Schnittmuster auch, es ist deine Landkarte und zeigt dir den Weg.

Schnittmuster auf Stickerei platzieren, Spitze zuschneiden, Nähtipps



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Vorstellungkraft

Was auch sehr hilfreich ist, ist wenn du über Vorstellungskraft verfügst wie es zugeschnitten und fertig genäht aussehen könnte. Es ist kein MUSS. Also keine Panik! Da gebe ich dir weiter unten einen Tipp wie du es auch anders lösen kannst.

Wenn du nämlich den oberen Punkt beherzigst und weißt welches Schnittteil du in Händen hältst, kannst du nun das Schnittteil so auf die Spitze platzieren wie es vorgegeben ist und gleichzeitig mit deiner Vorstellungskraft sehen welche Position geeignet ist.


“Ich kann es mir nicht vorstellen.”

Wenn deine Vorstellungskraft nicht so ausgeprägt ist ist es gar kein Problem. Auch ich tu mir dabei manchmal etwas schwerer und behelfe mir dabei um eine bessere Vorstellung zu bekommen wie es wirken könnte. Du benötigst dafür lediglich die Spitze, ein paar Stecknadel und einen Spiegel.

Ich kann es mir oft besser vorstellen, wenn ich es direkt am Körper sehe. Da du nun das Schnittteil kennst mit dem du arbeitest und genau weißt wo es am Körper liegen wird, kannst du die Spitze genau an dieser Stelle anlegen und im Spiegel betrachten wie es wirken könnte. So wird es dir dann auch auf jeden Fall leichter fallen wo du das Schnittteil positionieren willst.

Eine andere Methode, die auch gut geeignet ist, ist wenn du bereits das Modell schon einmal genäht hast und willst eine andere Spitze dafür verwenden. Hier kannst du die Spitze ans Modell stecken und sehen wie die Spitze rauskommt. Zusätzlich kannst du dich im Spiegel betrachten und sehen wie es aus dieser Perspektive auf dich wirkt. Denn ich finde es wirkt oftmals anders, wenn du diese zwei Perspektiven einnimmst. Einmal diese, wenn du es vor dir hast und draufsiehst und einmal die andere, wenn du es im Spiegel betrachtest. Gerade mit die Spiegelperspektive kann ich besser entscheiden in welche Richtung es weiter gehen soll.

So schaut es oftmals hinter den Kulissen im Design Prozess aus. Den bereits fertig genähten BH über die Kleidung drübergestreift und darauf wird alles mögliche gesteckt um es besser visualisieren zu können.

Neues BH Design im Entstehungsprozess


Platzierung der Muster

Bei Spitzen gibt es nicht nur die Bogenkanten zu beachten, sondern es kann auch zusätzlich noch das Spitzenmuster mit einbezogen werden. Wenn Spitzen ganz neu für dich sind, kann ich dir diesen Beitrag empfehlen, wo du einen Einstieg in das ganze Thema findest.

Wenn du gerade noch am Anfang bist, ist es vollkommen ok, wenn du dich erstmal auf die Bogenkanten konzentrierst. Mit mehr Erfahrung kannst du dich dann mit den Mustern spielen. Es ist nicht bei allen Spitzen notwendig, gerade wenn alles in sich verschlungen ist. Aber bei Spitzen oder Stickereien, die sehr markante Muster haben, lohnt es sich die Platzierung des Schnittteiles zu überdenken.

Hier ein Beispiel von unserem Schnittmuster Panty Cleo wo die Hinterhose aus Spitze ist. Diese Spitze hat ein Motiv, das sehr in sich verschlungen ist und es gibt keine wirklichen markanten Stellen. Hier mache ich nicht diese “extra Arbeit”, der Musterplatzierung und achte lediglich auf die Bogenkante.



Hier wiederum ein Bespiel von unserem Mini String Schnittmuster wo es sich lohnt das Motiv und die Bogenkante bei der Platzierung des Schnittteiles zu beachten. Bei solchen Strings finde ich es immer ganz schön, wenn das Motiv sehr markant mittig platziert ist.

Aber du kannst natürlich auch mit verschiedenen Varianten spielen. Denn zwischen den zwei großen Blumen ist ein etwas zierlicher Bereich. Da könntest du schauen wie es so wirken könnte. Lege das Schnittteil einfach an verschiedenen Punkten an und schau was dir am besten gefällt.



Was ich bei BHs ganz gerne mache und zum Beispiel recht große Motive in der Spitze vorkommen, diese nicht so zu platzieren, dass sie ungünstig in den Blick fallen. Wie hier bei unserem Push up BH Schnittmuster Kim. Hier habe ich geschaut, dass die Dekolletékante recht “luftig” ist. Also nicht so schwer wirkt durch die großen Blumenmotive. Daher habe ich mich dafür entschieden das Blumenmotiv vorne zu platzieren und konnte von dem folgendem “lufitgeren” Motiv Gebrauch machen.



So das waren jetzt mal ein paar Beispiele aus der Praxis und mit Erfahrung und Neugierde macht der Zuschnitt richtig viel Freude. Trau dich zu experimentieren! Auch, wenn mal was vielleicht nicht so toll wird, ist es nicht schlimm. Da mussten wir alle mal durch 😉 und es war nicht umsonst. Denn so hast du die Erfahrung gemacht was dir nicht gefällt und kannst es bei nächsten Mal besser machen.



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