Schnittmuster gradieren
Nählexikon

Was ist gradieren?

Wenn du nicht gerade deine ersten Nähschritte machst und dich schon in verschiedenen Nähforen und Gruppen dir mehr Wissen angeeignet hast, bist du vielleicht auch schon mal über den Begriff „gradieren“ gestoßen. Was bedeutet nun aber dieses gradieren, benötigst du das unbedingt oder ist das nur so eine Art Zusatz-Feature?

 

Was ist gradieren?

Es hat nichts mit nähen zu tun, sondern mit den Schnittmustern. Einfach gesagt heißt gradieren das vergrößern eines Schnittes, ausgehend von einer Ausgangsgröße. Du hast zum Beispiel einen Schnitt in Größe 38 und benötigst ihn in 42. Durch bestimmte Gradierwerte, die man errechnen kann oder aus Erfahrungswerten verwendet, kann man den Schnitt so vergrößern. Wichtig ist hier auch zu beachten, dass man nicht nur stur diese Werte an den Schnitt gibt, sondern auch darauf achtet, dass das Endergebnis der Größe entsprechend eine gute Passform macht.

 

Diese Arbeitsmethode ist viel effizienter und spart einiges an Zeit, wenn man es richtig macht. Denn jedesmal jeden Schnitt von Null auf neu zu konstruieren ist viiiiiiieeeeellll zu aufwändig und ist sehr Zeitintensiv.

Sieh dir auch hier meinen Beitrag über die Vor- und Nachteile wenn du Schnitte selbst konstruierst an. –> Zum Beitrag

 

Meine Erfahrungen aus der Industrie

Für den privaten Gebrauch wird man das Schnitte gradieren wahrscheinlich nicht so oft benötigen, es sei denn du schreibst Ebooks mit Mehrgrößenschnitten. Vielleicht interessierst du dich aber selbst in so einen Job zu gehen wo Schnitte gezeichnet und gradiert werden und kann dir einen kleinen Einblick in meine bisherigen Erfahrungen geben.

 

Nach der Ausbildung

Nach meiner Modedesigner Ausbildung habe ich mich ja für den Weg entschieden eine Stelle als Schnittdirektice für Bademode oder Dessous zu suchen. Glücklicherweise hat das auch ein Monat vor meinem Abschluss geklappt und bekam eine fixe Anstellung, da jemand in Karenz ging.

Eigentlich wollte ich gar nie gradieren, da es mir während der Modedesigner Ausbildung ziemlich chinesisch vorkam. Ich hörte aber, dass es in Firmen auch so gehandhabt wird das die einen Direkticen nur Erstschnitte machen, also die Ideen vom Designer in einer Größe meist 36 oder 38 umsetzen und wenn das Modell abgesegnet ist und es dann in Produktion gehen kann, gibt es andere Direkticen, die fürs gradieren zuständig sind. Ich wollte zu den Erschnitt Leuten gehören 😉 Was ich aber nicht bewusst aufgenommen habe, als ich die Stelle bekam, dass ich beides machen musste. Im nach hinein bin ich aber sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung und dieses Wissen mitnehmen durfte.

Da wir mit einem CAD Programm arbeiteten ist es für das Verständnis viel besser einen Erstschnitt zu machen und dabei auch gleich die Gradierung zu berücksichtigen. Wir gingen meist von vorhandenen Schnitten mit Gradierung aus, deshalb war dies möglich. Und konnten so, wenn das Modell in die Gradierung ging viel Zeit sparen. Hätten wir das nicht gemacht, müsste man nochmal die gleiche Zeit reinstecken wie beim Erstschnitt. Das waren mehrere Stunden, die man oft wenns dann in die Produktion gehen soll nicht hat. Weil es gibt ja nicht nur ein Modell sondern mehrere und wenn man jedes nacharbeiten müsste, wird man ja nie pünktlich fertig!

 

Dankbar für dieses Wissen

Wie schon gesagt bin ich unendlich dankbar für dieses Wissen, dass ich an euch weitergeben darf entweder in Form meiner Ebooks oder meines Freebies vom Newsletter.

 

Was noch hinzukommt ist, dass du dich mal richtig mit dem Schnitt auseinandersetzt und überlegst wie wird das den zusammengenäht, stimmt das überhaupt was ich da mache und macht es Sinn. Das Thema an sich ist riesig und man lernt sicher immer wieder was dazu. Deshalb ist es jetzt nur angekratzt, darüber gibt es noch so viel zu schreiben…

Wenn du noch mehr über das Gradieren wissen möchtest, schreibe es mir gerne in die Kommentare was dich dazu noch interessieren würde, dann kann ich sicher den ein oder anderen Beitrag dazu schreiben.

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